Dankbarkeit und was Zitronen damit zu tun haben

Was Dankbarkeit mit Zitronen zu tun hat?

Dankbarkeit zu empfinden, ist einer der größten Faktoren für Glück und Erfüllung im Leben. Auch wenn es Zitronen austeilt? Gerade dann hilft es, dankbar zu sein. Im August diesen Jahres hatte ich mir daher die Challenge gesetzt, mehr Dankbarkeit in mein Leben zu integrieren. Gesagt, getan – doch ich konnte nicht ahnen, welche Herausforderung mich wirklich erwartete.

Denn dankbar zu sein, hört sich verdammt leicht an. Ist es aber nicht. Zumindest nicht für jeden und schon gar nicht von jetzt auf gleich. Es ist herausfordernd und man darf sich komplett neu programmieren. So ist es mir auch nicht leichtgefallen, diesen Beitrag zu schreiben. Mir wurde bewusst, dass ich das Thema völlig unterschätzt habe.

Es war mir in seiner Gänze im August wie auch im September nicht komplett greifbar, um einen für mich zufriedenstellenden Artikel darüber zu schreiben. Daher habe ich tatsächlich mehrere Anläufe gebraucht, um meine Gedanken und Erfahrungen zu Papier zu bringen. 

Ich habe gelernt, dass Dankbarkeit einer meiner größten Challenges ist. Aus diesem Grund werde ich dem Thema der Dankbarkeit nochmal im Oktober einen Monat widmen. 

Dankbarkeit statt ständige Unzufriedenheit

Die größte Herausforderung im Leben ist der ständige Zwiespalt zwischen dem was ich habe und dem was ich meine tatsächlich haben zu wollen. Mit dieser Einstellung verlagere ich mein Glück stets in die Zukunft, statt im Hier und Jetzt glücklich zu sein. Daher ist Dankbarkeit eine Entscheidung in ein bewusstes Jetzt. Die Eigenschaft einfach dankbar zu sein für das, was man hat und einem bereits geschenkt wurde, ist eine der wichtigsten Dinge, die ein Mensch lernen kann. Alles weitere ist dann eine Frage der Perspektive.

Ich beschäftige mich seit dem Beginn des Jahres mit vielen Möglichkeiten mich Selbst zu optimieren. Da ist gar nichts schlechtes dran, nein, nur so bin ich zu dem Punkt gekommen, wo ich jetzt bin. Dankbarkeit hilft dabei ab und zu inne zu halten und dankbar zu sein, was man bereits geschafft hat. Frage dich ab und zu was bereits gut, wenn nicht sogar toll an dir ist. Dann verrennt man sich nicht im stetigen Selbstverbesserungsmodus. Dann wird die Selbstoptimierung nicht zum Hamsterrad. 

Der Wunsch und die Suche nach Mehr ist ein starker Antrieb für viele. Auch für mich. Doch leider ist dieser Wunsch auch eine mögliche Quelle für Unzufriedenheit wenn man nur das Ziel vor Augen hat. So konnte manchmal in diesem Jahr ich nicht erwarten, endlich „besser“ zu sein. Dies habe ich nun verstanden.

Wenn ich jedoch meinen Blick auf den Weg richte und dankbar annehme, wo er mich hinführt, dann ist nicht mehr der Endzustand das wichtige, sondern der Prozess. 

Mehrere Herangehensweisen, Danke zu sagen

Dankbarkeit zu verankern, kann man üben. Es gibt viele unterschiedliche Arten, dies zu erreichen. Eine schöne Zusammenfassung habe ich auf dem Webseite Zeit zu Leben gefunden. 

Wie übe ich Dankbarkeit ein? 

Zum Monatswechsel vom Juli in den August hatte ich gerade eine Zeit des Umbruchs und war energetisch gerade ziemlich down. Ich berichtete darüber in dem Beitrag „Mein wichtigstes Learning: Gehe langsam und komme an“. 

Ich hatte nicht den Kopf mich mit Theorien zu beschäftigen, sondern fing einfach an. Daher begann ich zunächst mit einer einfachen, aber effektiven Methode. Ich begann jeden Abend drei Dinge zu notieren, für die ich an diesem Tag dankbar war. Ein tägliches Dankbarkeitsritual also, dass meinen Blick jeden Tag auf Dinge lenkt, für die ich dankbar sein kann.

Da ich mir zu Beginn des Jahres das Vorhaben gesetzt habe, durch regelmäßiges Tun, neue Gewohnheiten einzuüben war dies natürlich das Werkzeug meiner Wahl.

Blick heben alles eine Frage der Perspektive - Dankbarkeit und was Zitronen damit zu tun haben

Perspektivwechsel gefällig?

Begib dich in eine andere Perspektive und schon sieht die Welt ganz anders. Das bewirkt Dankbarkeit.

Du siehst hier nur eine Regennasse Treppe?

Dann stell dir vor, den Blick nach oben zu heben. Dann würdest du den blauen Himmel sehen.

Drei tägliche Dankbarkeitsrituale

Es gibt noch weitere Methoden, um Dankbarkeit in die tägliche Routine zu integrieren. Denn wir wir mal ehrlich sind, können wir für so vieles dankbar sein. Von einigen möchte ich euch berichten.

1. Dankbarkeitstagebuch

In einem Dankbarkeitstagebuch schreibt man täglich eine gewisse Anzahl von Dingen auf, für die man dankbar ist. Es gibt auch die Abwandlung, dass man Dinge notiert, auf die man sich an diesem Tag freut. Dies ist wie oben bereits beschrieben mein Tool, um Dankbarkeit zu üben. 

Zum Beispiel sehen meinen Einträge so aus:

  • „Ich bin dankbar, dass ich mich auf dem Weg befinde, ein für mich erfüllteres Leben zu führen.
  • Ich bin dankbar, dass ich wieder im Flow war, als ich an meiner Excel Tabelle gearbeitet habe.
  • Ich bin dankbar für die Menschen in meinem Leben.“

Viele Dinge schreibt man auf und denkt sich, dass ist doch nichts besonderes. Aber genau das ist das Problem, warum wir so selten dankbar sind. Wir nehmen die schönen Dinge des Lebens kaum noch wahr, da sie Alltag geworden sind. Daher ist der Alltag der größte Feind der Dankbarkeit. Mach dir daher auch die kleinsten Dinge bewusst und schäm dich nicht sie auch aufzuschreiben. „Ich bin dankbar für mich und mein Leben.“ Genau so ist es, that’s the spirit!

2. Ein Dankbarkeitsanker 

Ein Anker ist ein Trigger, der etwas in dir auslöst. So kann zum Beispiel ein Ding aus deinem Alltag als solch ein Anker genutzt werden. Nimm zum Beispiel einen schönen Stein, den du gerne in die Hand nimmst und der gut in eine Hosentasche passt. Diesen kannst du zu deinem „Dankbarkeitsstein “ machen.

Er kann dir ganz praktisch dabei helfen, bewusster zu sein. Du steckst ihn dir morgens in eine Tasche, am besten in eine Hosen- oder Jackentasche. Da du ihn so bei dir am Körper trägst, wirst du ihn wahrscheinlich tagsüber mehrfach berühren. Wenn du dich in diesem Moment daran erinnerst für was der Stein gerade steht, nämlich für deinen Anker der Dankbarkeit, erfüllt er seinen Zweck. Nutze diese Momente, indem du daran denkst, was in deinem Leben gerade wirklich gut läuft und was dich zufrieden macht. Du kannst zusätzlich laut oder leise einen Dank aussprechen. Am Abend, wenn du ihn dann aus der Tasche herausholst, gehst du noch einmal alle die Dinge im Kopf durch, die dich an diesem Tag bewusst Dankbarkeit haben fühlen lassen. 

3. Morgendliche Dankbarkeitsmeditation

Morgens direkt nach dem Aufstehen, gibt es viele Gründe dankbar zu sein: DAS wir morgens aufwachen, DAS wir sehen können und DAS wir zwei funktionierende Hände haben, mit denen wir greifen und die Welt, um uns herum erfahren können. 

Indem man direkt nach dem Wachwerden an all die Dinge denkt, die einem das Leben lebenswert machen, dann hilft dies auch im Perspektivwechsel. Du wachst auf denn du bist lebendig und du kannst morgens sehen, dass bereits die Sonne aufgegangen ist, denn du hast zwei funktionierende Augen.

Hier wurde mir am eigenen Leib bewusst, wie schnell man sich doch an tolle Dinge, die aber Alltag geworden sind, gewöhnt. So ist das klare Sehen am morgen für mich erst seit Juni diesen Jahres etwas ganz Neues für mich. Denn ich habe mir mit einer Augenlaser-OP meine Minus 8 Dioptrien gänzlich wegoperieren lassen. Nach 30 Jahren täglicher tastender Suche nach der Brille, konnte ich seit Juni diesen Jahres auf einmal die Uhr lesen, ohne eine Sehhilfe zu benutzen. Doch trotzdem ist dieses Wunder für mich mittlerweile fast Normalität geworden.

Wie schnell man sich doch an Gutes gewöhnt. Daher ist der Blick hinter die alltäglich gewordenen kleinen Geschenke des Lebens so wichtig. Ergo: Augenlicht, wenn man es hat, darf bei jedem auf die Liste, bei mir sogar nun mit einem dicken Ausrufezeichen dahinter. Das ist Dankbarkeit!

Da ich durch die tägliche Routine der Bewusstmachung bereits gut im Spirit der Dankbarkeit unterwegs war, probierte ich ganz automatisch weitere Herangehensweisen aus. Diese beziehen nun deine Mitmenschen und wie du auf dein Leben reagierst mit ein. Sie bringen dich also ins Handeln. Daher sei gewarnt, diese kommenden Tipps könnten, gute Gefühle und Aha-Momente mit sich bringen. 

Dankeschön Pixabay RyanMcGuire 1024x682 - Dankbarkeit und was Zitronen damit zu tun haben
Foto: Pixabay / RyanMcGuire

Weitere Herangehensweisen für Dankbarkeit

4. Bedanke dich bei deinem Umfeld

Wenn du dein Umfeld in dein Dankbarkeitsritual integrierst, wirst du erkennen, dass du alles Positive auch zurückbekommst. Mit ehrlichem Lob und einem Dank erreichst du deine Mitmenschen und machst ihnen den Tag schöner. Oft erscheint ein Dank selbstverständlich, aber die Person, die ihn empfangen darf, zieht daraus wahrscheinlich große Kraft und Bestätigung. Du kannst mit einem ehrlichen Dankeschön jemanden das Gefühl geben, dass er gesehen wird und positiv darin bestärken, was er tut. 

Erst letztens ging ich auf einer Firmenveranstaltung auf eine Person der Kantinencrew zu und sagte ihr aus vollem Herzen, wie sie durch ihre persönliche Arbeit uns die Mittagspause schöner macht. Das sagte nichts über die Qualität des Kantinenessens aus, aber die Arbeit einer Person, die aufrichtig das für sie Beste gibt, kann man nicht hoch genug wertschätzen. Sie war tatsächlich so gerührt und dankbar für meine Worte und bedankte sich überschwenglich dafür. Denn sie war es nicht gewohnt, Lob zu hören, nein stattdessen sei sie eher mit Kritik konfrontiert. Ich wusste, ich habe ihr für diesen Tag ein großes Geschenk gemacht. 

5. Dankbarkeit hilft, mit negativen Erfahrungen besser umzugehen

Nur für das Gute dankbar zu sein ist leicht. Die Herausforderung kommt, wenn man auch für die schwierigen Momente und Rückschläge im Leben dankbar sein soll. Das ist erst mal ein neues Konzept und muss eingeübt werden. 

Das Leben ist in seinem Wesen polar. Zu den guten Seiten gehören auch die weniger guten Seiten. So gibt es Frieden nicht ohne Krieg, Ebbe nicht ohne Flut. Das Wechselspiel von Plus und Minus ist eine sich gegenseitig bedingende Grundkonstante. Wenn es dies nicht mehr gibt, dann würde die Welt im Chaos versinken oder in absolutem Stumpfsinn.

Wenn du die schlechten Momente nicht erfahren würdest, dann würden dir die guten Tage nicht auffallen.

Sei daher dankbar für die schwierigen Zeiten, denn so siehst du die positiven besser und lernst sie zu schätzen.

6. Hilft es die Zitrone zu werfen oder mache ich Limonade daraus?

Ende August durfte ich erkennen wir sehr Dankbarkeit dabei helfen kann auch mit negativen Situationen umzugehen. So machte ich die Erfahrung, dass Menschen nicht immer das tun, was du von Ihnen oder der Situation erwartest. Ein Mensch verabschiedete sich unverhofft schneller aus meinem Leben, als es mir zu diesem Zeitpunkt lieb war. Ich stand erst mal da und guckte nicht nur doof, ich war sauer, wütend und tat mir auch etwas selbst leid. Denn ich hatte mir eine Vorstellung von der Situation in den Kopf gesetzt und diese wurde schlicht und ergreifend enttäuscht. Dankbarkeit? Eher Pustekuchen!

Dies Situation war diese: Das Leben hat mir eine Zitrone gegeben. Jetzt hatte ich eine Wahl und zwei Handlungsoptionen.

Zitronen kann man entweder werfen…

Tatsächlich reagierte ich im ersten Moment nach altem Muster, indem ich den Arm hob und die Frucht meinem Gegenüber bildlich gesprochen zwischen die Augen warf. Ich reagierte auf die Zurückweisung mit Angriff und fand dadurch trotzdem kein Ventil für meine Verletzung. Negative Gefühle erzeugen nur weitere negative Gefühle. Ich geriet in die  Gefahr, dass ich in diesen Strudel nach unten gerate und mich dem Selbstmitleid hingebe.

… oder Option Nr. 2 wählen: Ich nehme die Zitrone und mache Limonade daraus.

Es ist nichts Neues, aber es passt halt tatsächlich. Mach die berühmte Limonade aus den Zitronen, anders – ziehe das Positive aus den Scheißsituationen und du wirst zufriedener.

Ich trat also bewusst einen Schritt zurück und fragte mich, warum ich dankbar sein kann, dass diese Situation so eingetreten ist. Ein Mensch hat sich verabschiedet. Okay, immerhin. Er hat sich verabschiedet und dafür bin ich ihm im Nachgang dankbar. 

Eine weitere Frage, die ich mir diesbezüglich gestellt habe, war folgende. Kann es vielleicht sein, dass das Leben etwas Besseres mit mir vorhat? Diese Frage hilft in der Regel immer, um eine andere Perspektive auf angebliche negative Erfahrungen zu bekommen.  Ich konnte die Situation dadurch klarer sehen und auch meinen Frieden damit finden. Der Groll wich einem Gefühl, dass dies eine Lektion war, die ich lernen durfte. Und die Gewissheit, dass alles schon richtig so ist. Denn dadurch kam eine weitere Person in mein Leben, die ich vielleicht sonst nicht wirklich wahrgenommen hätte, für was sie wirklich ist. Diese bleibt möglicherweise sogar, auch wenn ich Zitronen schmeißen sollte. Auch wenn ich dies natürlich vermeiden möchte.

Das Leben zeigt dir durch viele kleine Momente, dass es es gut mit dir meint. Wenn du diese mit Dankbarkeit wahrnimmst, dann wird dir das Leben mehr solche Momente schicken. 

Ein gutes Beispiel fand ich erst in den letzten Tagen von einem Instagram-user, der aus einer schwierigen Ausgangssituation Positives gezogen hat und nun voller Dank dafür ist. Hier könnt ihr euch selbst ein Bild machen:

Der Blick auf das Gute, ersetzt den Mangel

Eine wirklich fortgeschrittene Art der Dankbarkeitsroutine ist die der „Akzeptanz der Fülle“. Ich will sie so beschreiben: Ich weiß, dass ich alles habe und bin dankbar dafür. Ich brauche daher nichts mehr. 

Das ist für mich als Person, die ständig nach höherem strebt und sich stets weiterentwickeln möchte, ein völlig wesensfremder Ansatz. Doch ich sehe ein, etwas Wahres ist dran. 

Wende ich meinen Blick mit Dankbarkeit, auf das was ich bereits habe, dann bin ich zufrieden. Wenn ich sehe, was ich bereits in meinem Leben habe, hat der Mangel keinen Platz mehr und somit auch das ungute Gefühl etwas zu verpassen oder noch mehr zu brauchen. Mit negativen Gefühlen des Mangels programmiere ich mich auf ein emotionales Minus, das ich jedoch stets auffüllen möchte.  Ein Teufelskreis, der ziemlich ungesund ist.

Fülle dich mit Dankbarkeit über das Hier und Jetzt, dann bist du auf nichts und niemanden mehr angewiesen.

Das ist absolute Freiheit.

Wenn dich nichts und niemand mehr enttäuschen kann oder du zufrieden bist, mit dem was du bist und hast. 

Das ist ein lebenslanger Prozess und wird nie aufhören. Doch man kann bewusst damit anfangen und sich immer wieder dafür entscheiden. Daher habe ich mich entschieden, die Dankbarkeit in Oktober noch mehr unter die Lupe zu nehmen, um mich wirklich darauf einzulassen. Lass uns mit Limonade anstoßen, statt mit Zitronen werfen. 

Bleib happy, doch vor allem dran!

Deine Christin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

16 − dreizehn =