Mein wichtigstes Learning: Gehe langsam und komme an

Gehe langsam zum Ziel

Chi va piano, va sano e va lontano. Frei übersetzt: Gehe langsam und komme an, gesund und sicher. Das italienische Sprichwort beschreibt sehr gut, was mich das Leben in den letzten Wochen gelehrt hat. 

Ich verfolge seit dem Anfang dieses Jahres meinen 12 Gewohnheiten zum Glück-Plan und habe diesen Blog gestartet. Entdeckte ich in den ersten vier Monaten jeden Monat eine neue Facette an mir, markierte der Juni einen Wendepunkt. Ich schrieb über Ziele und dachte sehr viel übers Bloggen nach. Zudem verbrachte ich sehr viel Zeit damit meine Pläne zu verfolgen, habe sehr viel gelernt und sehr viel „gearbeitet“. Irgendwie wurde aus dem spielerischen Entdecken auf einmal mehr. 

Ein Ziel, das ich, komme was wolle, verfolgen wollte. 

Ich hatte mich verbissen und ich kaum noch andere Dinge waren wichtig. Ungeduldig werdend, wollte ich vieles auf einmal.

Ich verlor die Leichtigkeit.

Doch die happy rituals sollten leicht sein und mich nicht stressen. Was war da los?

Der Juli lehrte mich nun eine der wichtigsten Lektionen des Jahres.

Lass los und mach langsam.

Monat Sieben meines Plans schickte mich auf Entdeckungsreise. Ich fand andere Ort, Menschen und viel über mich selbst heraus. Auch wurde ich dann während eines Seminars, das ich Ende Juli in Österreich besuchte, mit einigen der großen Fragen konfrontiert. 

  • Wer bin ich? 
  • Wohin gehe ich? 
  • Und mit wem?

Fragen, die ich mir stellen durfte, die in mir arbeiteten und deren Antworten mich in ihrer Tragweite zu dieser Zeit komplett überforderten. Die Antworten, das wurde mir klar, werde ich nur in mir finden. Nicht im Außen.

Das und der Umstand, dass ich auch seit sieben Monaten unermüdlich und ohne Pause an mir und meinen Zielen arbeitete, erwischte mich mit voller Schlagbreite.

Auf eine Woche der intensiven Erlebnisse und inneren Entwicklungen, war ich wie umgehauen.

Ich habe während ich für die Außenwelt und meinem Arbeitgeber normal funktionierte, fast keine Energie für meine Ziele und Rituale aufbringen können. Das kannte ich so nicht.

Denn ich brannte doch in den letzten Monaten lichterloh?

Wahrscheinlich brannte ich von beiden Seiten. 

Schlecht für meine Energie – sehr, sehr schlecht für mich und meine Gesundheit auf Dauer.

Daher wusste ich, ich darf reagieren.

Demütig nahm ich diese Lektion ohne Gegenwehr an. Mein Innerstes wollte mir etwas sagen und ich habe angefangen, zuzuhören. 

Ich wusste vorher schon, es ist wichtig, kleine Schritte zu gehen. Jetzt habe ich es auch verstanden. Ich darf mir die Zeit geben, mich auch auszuruhen. Dies zu verstehen und nun auch umzusetzen, ist für mich kein Aufgeben.

Nein, es ist nur eine Verlangsamung des Schrittes, damit ich gut und sicher ankomme.

Chi va piano, va sano e lontano.

Daher möchte ich euch meine wichtigste Lektion in vier Grundsätzen verdeutlichen.

Chi va Piano,

Gehe kleine Schritte

Gehe kleine Schritte, so kann man die Aufforderung „Va piano“ auch frei übersetzen. Durch kleine Schritte werden auch die großen Ziele nicht zu anstrengend und überfordern nicht so leicht.

Wenn du ein großes Ziel vor Augen hast und du zunächst erst einmal gar nicht weißt, wo du anfangen sollst, ist es wichtig, die Aufgaben in kleine Teile herunter zu brechen. Vor allem wird der Weg durch die kleinen Schritte etwas weniger beschwerlich und anstrengend. 

Durch eine niedrigere Geschwindigkeit hast du mehr Zeit dich umzuschauen und den Weg zu genießen, während du ihn gehst.

…va Sano…

Gib dir Ruhephasen

Ständig auf der Überholspur zu fahren, kann wahnsinnig anstrengend sein. Wenn du, wie ich, für eine Sache brennst und eine Zeitlang auf unendlicher Energie fährst, kann es vorkommen, dass du deine Erschöpfung jedoch gerne einmal übersiehst. So wird schnell die eine oder andere Ruhepause, die du gebraucht hättest, um wieder voll aufzuladen, übergangen. 

…e va lontano.

Egal wie fokussiert du bist, bleib flexibel

Alles was zählt ist nicht das alleinige Abarbeiten von Zielen, sondern auch die Flexibilität, um auf Änderungen, die sich auf dem Weg ergeben, einzugehen. Denn kein Weg verläuft stetig und immer gerade. Zu oft kommt es, dass man auf eine Weggabelung trifft oder die umgestürzten Bäume , um die du einen Umweg gehen musst. Das Leben wird dich immer mit neuen Herausforderungen testen, auf die du reagieren darfst. 

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Wege zum Ziel, Vorstellung und Realität

Versteif dich nicht nur auf eine Tür, für den du keinen Schlüssel hast. Denn dann siehst du möglicherweise nicht, dass eine andere bereits offen ist.

Niederlagen sind die Vorboten von großem Erfolg

Mache dich auf deinem Weg auch auf Talsohlen gefasst. Wenn du an etwas arbeitest, dann kommt es schon mal vor, dass deine Entwicklung stagniert oder dass es sogar zu Rückschritten kommt. 

Das Leben ruckelt ein bisschen, wenn es in den nächsten Gang schaltet.

Erwarte nicht, dass du dich immer super fühlst. Besonders wenn du in einem Prozess der Veränderung bist. Wenn du lernst, ist es normal, dass du zunächst schnell vorankommst. Alles ist neu und hochmotivierend. 

Doch nach einer Zeit verfliegt die Motivation des Neuen, da das Gelernte zur Gewohnheit wird. Diese Plateauphasen sind berüchtigt dafür, dass man sogar aufhören möchte. 

Wenn man jetzt jedoch dranbleibt, kommt nach einer gewissen Zeit des Stillstands oder sogar Rückschritts ein weiterer Anstieg in seiner Lernkurve. Trotz Rückschlag und Stillstand hat man das Gelernte verarbeitet und kann dadurch umso besser weiter machen.

Durch meine Plateauphase ging ich und verstand: Okay, ich brauche das nun. Das ist normal. Lass es zu, du darfst loslassen. Zwing dich nicht. Nichts muss, alles kann.

Für diese Lektion bin ich dankbar. 

Gehe langsam und komme an.

So kann ich weitergehen, aber in einem gemäßigteren Tempo, dass mich heil und glücklich an mein Ziel bringt. 

Danke fürs Zuhören.

Bleib happy, aber vor allem Dran!

Deine Christin

3 Kommentare zu „Mein wichtigstes Learning: Gehe langsam und komme an“

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