Erste Male: Leben am laufenden Meter

Stell dir das Leben wie ein Maßband vor: Wo stehst du da und wie viele Zentimeter liegen noch vor dir?

Das Anfangen und das bewusste Beenden hat kaum noch Raum in unserem Leben. Wir leben vor uns hin und wiederholen Dinge, die wir uns eingeschleift haben. Das ist das berühmte Hamsterrad, in dem wir stecken. Erste Male helfen dabei aus diesem auszubrechen und das Leben wieder bewusster wahrzunehmen.

Mein März: Die Zeit zu beginnen und zu beenden

Diesen Vorsatz habe ich mir im März gesetzt. Und ich muss sagen, ich habe in diesem Monat so viel neues erlebt, mit Dingen angefangen und bewusst beendet, dass ich ziemlich begeistert bin über das Erreichte.

Was genau habe ich also getan?

Ich habe bewusst Dinge ausprobiert, die schon lange auf meiner To-Do Liste standen und ich habe mich spontan für Erfahrungen entschieden, die mich weiter gebracht haben.

Das Kind in mir reaktivieren

Die Gewohnheit sein Leben mit neuen Erfahrungen und ersten Malen zu füllen, lässt dich jeden Tag bewusst erleben. Früher hat man noch täglich neue Stimuli bekommen, als Kleinkind das erste Mal krabbeln oder laufen, später dann lernen Fahrrad zu fahren oder in der Jugend das erste Treffen mit dem Schwarm worauf früher oder später der erste Kuss folgte.

Damals war das Leben noch jeden Tag angefüllt mit spannenden Momenten.

Als junge Erwachsener wurde es aufregend mit der ersten eigenen Wohnung und der erste richtige Job. Im Erwachsenenalter kommen dann in den allermeisten Fällen noch die Heirat und das erste Kind. Und dann?

Die Dichte an neuen Erfahrungen nimmt mit zunehmendem Alter immer mehr ab. Wir stecken in unserer Komfortzone, in der wir es uns schön gemütlich gemacht haben, weil nichts abweicht vom Bekannten. Es geht sogar so weit, dass wir mittlerweile Angst vor dem Neuen haben.

Um bewusst zu leben, müssen wir aber wieder anfangen mit dem Anfangen. Das Leben wieder wie ein Kind leben, dass jeden Tag neue Erfahrungen machen kann und will.

Erste Male kreieren ein bewusstes Leben am laufenden Meter

Zur Verdeutlichung stellen wir uns einmal die Lebenszeit, die uns zur Verfügung steht, als ein Maßband vorstellen. Die Jahre die du bereits gelebt hast, sind hinter dir auf dem Meter und du hast noch den Rest des Bandes vor dir. Bei mir sind dies 37,5 Zentimeter, die ich bereits vom Band abgeschnitten habe. Mit der positiven Hoffnung, dass ich hundert Jahre alt werden kann, habe ich also noch 62,5 Jahre vor mir. Diese heißt es nun zu nutzen.

RICHTIG ZU NUTZEN!

Daher wollte ich mir im März die Gewohnheit der ersten Male aufbauen. Einmal die Woche etwas machen, was ich noch nie gemacht habe und mir auch schon seit längerem gewünscht oder vorgenommen habe.

Dies waren bei mir zum Beispiel das Besuchen eines Hip-Hop Tanzkurses, das Erleben einer Tantra Massage und die Entscheidung zu fällen, ob ich mir die Augen lasern lasse. Zudem habe ich zum ersten Mal ein Finanzseminar von Bodo Schäfer und ein Seminar von Tobias Beck besucht. Bei beiden konnte ich wieder einiges für mich mitnehmen.

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Diesen Monat war ich zum ersten Mal Kartfahren und hatte auch eine interessante Helmfrisur… Alles für das Erlebnis. 😉
Foto: Christin Kunze

Spontan hat sich auch ergeben, dass ich jungfräuliche Runden auf einer Kartbahn gedreht habe. Ich wurde gefragt, was ich gerne am Wochenende machen wollte und da kam mir die Idee, ein Treffen mit meinem Vorhaben zu vereinen. Meine Begleitung hatte übrigens auch ganz viel Spaß dabei. Wir tun also mit außergewöhnlichen Ideen nicht nur etwas für uns, sondern auch für unser Umfeld.

Just do it! Die Richtigen machen immer mit!

Bewusst beenden fordert auch Überwindung

Kannst du dir vorstellen 40 % deines Kleiderschrankes in einer Aufräum-Aktion auszumisten? Ebenso 50 % deiner Schuhe und Taschen? Nein?

Ich bis zu diesem Monat auch nicht, obwohl ich dies schon häufiger in den letzten Jahren versucht habe. Geschafft habe ich es nun aber mit der Methode von Marie Kondo.

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Mein erster Aufräummarathon nach Marie Kondo. Erste Mal sehen auch gut aus. Foto: Christin Kunze

Ich habe einen Teil meines Vorhabens für April bereits in den März gelegt, um das erste Mal nach der KonMari-Methode, wie diese Herangehensweise auch heißt, aufzuräumen. Und wie ihr an den Zahlen oben seht, auch sehr erfolgreich. Ich habe mit einem überfüllten Kleiderschrank Schluss gemacht, in dem Kleidung hängt, die ich sowieso nicht anziehe oder nicht mehr mag.

Zusätzlich habe ich diesen Monat eine für mich wichtige finanzielle Entscheidung getroffen. Ich habe mich endlich daran gemacht meine private Rentenversicherung genauer unter die Lupe zu nehmen. Es zeigte sich, dass dieses Produkt leider überhaupt nicht hält, was die schön gerechneten Zahlen der jährlichen Statusmeldung, versprechen. Zu viele Gebühren und überhaupt keine Garantien. Die Kündigung wurde letzte Woche verschickt.

Stattdessen werde ich nun mit dem Weltportfolio in ETFs selbst ein zusätzliches Polster für meine Rente vorsorgen. Bedanken möchte ich mich hier bei der Finanzbloggerin für Frauen Madame Moneypenny und vor allem bei meiner Schwester, die scheinbar immer im richtigen Augenblick die wichtigen Fragen stellt. Danke!

Zu viele Erste Male, zu wenig Monat

Da ich diesen Monat eine Woche beruflich in Kiel war (auch ein „first time ever“) und jeder Tag nur 24 Stunden hat, habe ich einige „Erste Male“, die ich für mich umsetzen wollte, in die kommenden Monate verschoben.

So will ich unter anderem mit einer Freundin Indoor Skydiving ausprobieren und zum ersten Mal den direkten Kontakt mit der Honigbiene beim Imkern suchen. Gelegenheiten die Komfortzone zu verlassen und neue Erfahrungen zu machen, gibt es schließlich genug.

Daher bleibt dran und vor allem happy

Eure Christin

2 Kommentare zu „Erste Male: Leben am laufenden Meter“

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